Vollbesetzter Saal, höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis –
Bauausschuss- und Gemeinderatssitzung April 2026
Bericht zur Bauausschuss- und Gemeinderatssitzung am 13.04.2026 im Sitzungssaal des Rathauses
Wer pünktlich um 18:30 Uhr im Rathaus erschien, stand erst einmal vor verschlossener Tür — oder zumindest vor einem leeren Sitzungssaal. Auf der Homepage der Gemeinde und in der App kursierten unterschiedliche Anfangszeiten, was einige Bürgerinnen und Bürger zu einer unfreiwilligen Wartepause zwang. Kein guter Auftakt für einen Abend, der noch einige unbequeme Wahrheiten bereithalten sollte.
Dabei war das Interesse an der Aprilsitzung bemerkenswert groß. Erneut mussten zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt werden — selbst die vorgelagerte Bauausschusssitzung zog 14 Zuhörer an. Die Bürgerinnen und Bürger wollen wissen, was in ihrer Gemeinde entschieden wird. Umso mehr fällt auf, wenn Transparenz an anderer Stelle auf der Strecke bleibt.
Hinterzimmer oder Notwendigkeit?
Bevor die öffentliche Gemeinderatssitzung überhaupt begann, tagte das Gremium nicht-öffentlich — offiziell, um die Nutzungsgebühren für die neue Halle festzulegen. Ein einziger Punkt von sechs auf der Tagesordnung wurde dort behandelt; der Rest wurde auf einen zweiten nicht-öffentlichen Teil nach der öffentlichen Sitzung verschoben. Warum ausgerechnet die Hallengebühren — eine Frage, die unmittelbar die Bürgerschaft betrifft — hinter verschlossenen Türen beraten werden musste, erschloss sich nicht. Solche Entscheidungen gehören in die Öffentlichkeit.
Anmerkung der Redaktion:
Die neue Gebührenordnung der Mehrzweckhalle bedarf einer gesonderten Betrachtung
Wir haben uns im aktuellen Beitrag für eine kurze SneakPaek entschieden und werden Details dazu demnächst in einem gesonderten zweiten Beitrag verfassen.
Auszug aus dem Protokoll von Georg Brandmaier
“Der Bürgermeister erwähnte eingangs, dass seit 1990 keine Anpassung mehr der Gebühren gab. Aus meiner Sicht kein Fehler! Neu ist auch, dass der Kinder- und Jugendlichensport nun auch zur Kasse gebeten wird.
Kollegin Kraus machte für die Trainingseinheiten der Tischtennisabteilung folgende Rechnung auf:
Jugendliche 17,85 € x 2 Std. x 2 Tage in der Woche x 40 Wochen= 2856 €/Jahr
Erwachsene 35,70 € x 2 Std. x 3 Tage in der Woche x 40 Wochen=8568 €/Jahr
Die Spieltage an den Samstagen sind nicht berücksichtigt.
Gesamtkosten für das Tischtennistraining pro Jahr 11 424 €.
Ich weiß nicht, wieviel die SpVgg vorher zahlen musste, aber bestimmt deutlich weniger.
Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass mit den Steuergeldern der Nutzer überhaupt die Halle entstanden ist. Nun muss man doppelt bezahlen.
Ein Verein, welcher z.B. seine Weihnachtsfeier in der Halle abhalten will, legt 400 € für die Miete und zzgl. 300 € für Tische und Stühle hin.
Aus unserer Sicht wird kein Verein bei diesen Preisen die Halle mieten. Laut Bgm. hat er aber schon „mehrere“ Anfragen. Vermutlich eine und das wird so ein Supergau-Schützentreffen sein. Anderseits wird man den CSU-lastigen Vereinen schon sagen, wo sie ihre Weihnachtsfeiern etc. abzuhalten haben.
Zitat: Georg Brandmaier
Bau und Nachbarschaft: Drei Grundstücke, drei Einigungen
Die Bauausschusssitzung verlief größtenteils reibungslos. Zwei Anträge auf geänderte Grundstückszufahrten und eine Terrassenüberdachung in Wimmelbach wurden jeweils einstimmig genehmigt — mit den üblichen Auflagen, etwa der Zustimmung des Wasserwirtschaftsamts oder des Landratsamts Forchheim. Auch eine bereits früher genehmigte Sanierung in der Thurner Straße, bei der sich die Planung leicht verändert hat, passierte den Ausschuss ohne Gegenstimme.
Etwas komplizierter wurde es bei einem Nebengebäude in Wimmelbach: Die Bauaufsichtsbehörde stellte nachträglich fest, dass Abstandsflächen von gerade einmal 0,27 Quadratmetern nicht stimmen — und dass die Gemeinde Hausen als Nachbar zustimmen müsste. Klingt kleinteilig, ist es aber nicht: Das betroffene Grundstück an der Kirchenstraße 22 steht im Zusammenhang mit einem laufenden Bürgerbegehren. Die Konsequenz: Der Gemeinderat lehnte die Übernahme der Abstandsfläche ab und beauftragte stattdessen eine neue Grenzvermessung. Eine pragmatische Entscheidung — solange das Bürgerbegehren läuft, sollte die Gemeinde keine voreiligen Festlegungen treffen.
Der Haushalt: Rekordverschuldung, halbierte Einnahmen
Das eigentliche Schwergewicht des Abends war der Haushalt 2026 — und die Zahlen lassen aufhorchen. Der Schuldenstand der Gemeinde liegt bei 12 Millionen Euro. Neue Kredite werden zwar nicht aufgenommen, doch die Pro-Kopf-Verschuldung ist die höchste im gesamten Landkreis — möglicherweise sogar eine der höchsten in ganz Bayern.
Hinzu kommt: Die Einnahmen aus der Geschwindigkeitsmessung, mit 450.000 Euro kalkuliert, brachten tatsächlich nur gut die Hälfte. Und für die Sanierung der Krone sind erneut 300.000 Euro eingestellt — Mittel, die in den vergangenen Jahren schlicht nicht abgerufen wurden. Dazu kommen erhebliche Kostensteigerungen bei den gemeindlichen Bauvorhaben, deren Ausmaß Fraktionsvorsitzender Roland Garcon in seiner Haushaltsrede im Detail benannte.
Die Haushaltssatzung wurde mit 14:3 Stimmen verabschiedet. Garcon, Heilmann und ich stimmten dagegen — nicht aus Prinzip, sondern weil die vorliegenden Zahlen Fragen aufwerfen, die in der Debatte nicht ausreichend beantwortet wurden. Dasselbe Stimmverhältnis galt für den Finanzplan.
Zwischen Brücke und Brandschutz: Was sonst noch beschlossen wurde
Der Bürgermeister informierte über einige laufende Projekte: Der Hochwassercheck mit dem Wasserwirtschaftsamt wurde auf den 19. Mai verschoben, die Brandschutzabnahme im neuen Mehrzweckhaus verlief erfolgreich, und an der neuen Radwegbrücke sollen in Kalenderwoche 19 die nächsten Arbeitsschritte folgen.
Fazit Teil 1
Die Aprilsitzung war exemplarisch für den Zustand vieler Gemeinderäte: Viel Routine, ein paar unbequeme Zahlen — und die entscheidende Frage, die unbeantwortet bleibt: Wie plant die Gemeinde, die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis mittelfristig wieder in den Griff zu bekommen?






